 |
Frühkastration bei
Katzen |
 |
Wir
haben uns nach langer und reiflicher Überlegung dazu
entschlossen, dass ab 2008 uns unsere Jungtiere,
welche wir als
Liebhabertiere abgeben, kastriert verlassen werden.
Es
gibt jedoch immer noch recht unterschiedliche
Meinungen zu diesem Thema, die
teilweise auch auf jahrzehnte lange Ammenmärchen
beruhen. Wir
selbst können auch noch nicht auf
eine
jahrelange Praxis der Frühkastration zurückblicken. Es
gibt aber Züchter und
auch Tierärzte die in der Lage sind, diese Erfahrung
zu haben, und die uns ihre
eigenen Erfahrungen mit dem Thema Frühkastration zur
Verfügung stellten.
An
dieser Stelle vielen Dank noch einmal an alle, die uns
unterstützen.
Es ist
unser Ziel nur Tiere in die Zucht zu geben, welche
auch dem
Rassestandard möglichst nahe kommen und die für die
Zucht als geeignet
gelten. Für unsere Zucht bedeutet dies, dass alle
Tiere aus unserer Cattery, die
uns als Liebhabertier verlassen, im Alter von ca. 14 -
15 Wochen kastriert werden.
Nur so können wir auch garantieren, dass wir das
Schwarzzüchten nicht
unterstützen, wo dann Tiere teilweise ohne Stammbaum,
im Alter von oft
nur 6 - 8 Wochen und dann meist noch nicht einmal
geimpft oder zumindest
nicht
vollständig geimpft, für wenig Geld auftauchen, oder
das einstmal als Liebhabertier
verkaufte Kätzchen irgendwo und irgendwann als
Zuchttier wieder
auftaucht. Bei vielen beliebten Rassen gibt es eine
Unmenge an solchen Schwarzzüchtern,
die es seriösen Züchter somit erschweren, ihre Kitten
zu verkaufen.
Es ergibt sich daraus unter Umständen auch ein
negatives Bild von
einer
Katzenrasse oder zumindest den Züchtern dieser Rasse,
wenn von solchen Schwarzzüchtern
immer wieder kranke Tiere verkauft werden, oder
Katzen, welche
weder charakterlich noch dem Aussehen der Rasse
entsprechen.
Wann
ist nun aber der richtige Zeitpunkt einen Katze oder
einen Kater kastrieren
zu lassen? Diese Frage wird oft von Käufern junger
Katzen gestellt.
Oft
endet dies bei zu langem Warten mit einem
unerwünschten Nachwuchs, da
eine Kätzin oft schon mit 6 Monaten das erste mal
rollig ist und dann auch noch
ausgerechnet Kater "Felix" aus der Nachbarschaft
bereit ist oder aber die
rollige Katze den Familienfrieden stört und diese um
ihre wohlverdiente Nachtruhe
bringt und die Nerven der Familienmitglieder oft sehr
strapaziert.
Es
gibt grundsätzlich zwei Termine für den richtigen
Zeitpunkt der
Kastration:
Vor der
Geschlechtsreife, dann spielt es keine Rolle ob das
Tier
mit 7 Wochen oder
mit 6 Monaten kastriert wird, oder
Nach der Geschlechtsreife, mit den oben beschriebenen
Nebenwirkungen und
Problemen.
Wir nehmen Ihnen diese
Entscheidung ab, Sie bekommen von uns ihr Tier bereits kastriert nach
Hause.
Die
folgende Studie wurde von der Winn Feline Foundation
gemacht, einer renommierten Organisation in den
Vereinigten Staaten von Amerika, die Forschungen zum
Thema Katzen finanziert und durchführt. Wir haben die
Zusammenfassung (geschrieben von Diana Cruden, Ph.D.)
übersetzt; also — viel Vergnügen beim Lesen. Es ist
sehr interessant!
 |
|
Frühkastration von Katzen, Teil 1
Übersetzt ins
Deutsche und übernommen von Amy Stadter,
Ragdollzüchterin und Vorsitzende der
TICA CATS e.V.
Das
Konzept der Frühkastration (d.h. bevor eine Katze
geschlechtsreif wird) ist
alles andere als neu. Anfang des 20. Jahrhunderts war
Frühkastration die Regel
und Bedenken bezüglich negativer Nebenwirkungen einer
solchen Operation
kamen erst sehr viel später auf. Heute bestätigen die
meisten Experten,
daß bisher nicht genügend wissenschaftlich belegte
Informationen
zur
Verfügung standen, um das beste Alter für eine
Kastration zu ermitteln. Bis
vor kurzer Zeit gab es keine Forschungsergebnisse,
welche die Theorie, daß
die Kastration eines Hundes oder einer Katze mit einem
Alter von weniger als 5
bis 8 Monaten, bestätigten oder widerlegten. In der
Tat führt einer der Untersuchenden auf diesem Gebiet
an, daß viele Tierärzte die Frühkastration seit
geraumer Zeit praktizieren, da es unglaublich große
Unterschiede gibt, wann
Katzen oder Hunde die Geschlechtsreife erlangen.
Tierärzte für Großtiere praktizieren
bereits seit langem Frühkastration an ihrem
Tierbestand und halten
dies nicht nur für akzeptabel sondern in vielen Fällen
auch für wünschenswert.
Selbst bevor Bedenken bezüglich der stetig wachsenden Anzahl
an ungewollten Haustieren aufkamen, gab es viele
wissenschaftlich
belegte
Gründe für die Kastration und Sterilisation.
Sterilisierte Kätzinnen sind
gegen Gebärmutterkrebs und Gebärmutterinfektionen
geschützt. Bei Katern reduziert
die Kastration das Risiko für einen Vorfall von
Hodenkrebs und einer
Prostatavergrößerung
und den damit verbundenen Infektionen. Vom Standpunkt des
Haustierbesitzers ist ein sterilisiertes oder
kastriertes Tier ein viel besserer Gefährte.
Sie sind einerseits weniger aggressiv und andererseits
anhänglicher als
ihre unkastrierten Verwandten. Da sie nicht dem
Fortpflanzungstrieb
unterliegen
werden sie weniger oft streunen oder kämpfen.
Bis vor kurzem gab es einen sehr
schmerzlichen Mangel an Studien über die Kurz-
und Langzeitfolgen der Frühkastration. Obwohl es
zahlreiche Anekdoten über
Frühkastration gibt, waren diese Fälle vom
wissenschaftlichen Standpunkt her
nicht aussagekräftig. Bei den meisten dieser Fälle
ging es um zufällig verpaarte,
nicht verwandte Tiere mit völlig verschiedenem
Hintergrund und
es gab
keinen Versuch, diese Verschiedenheit unter Kontrolle
zu bringen. Es gab nur
sehr wenige universitäre Untersuchungen auf diesem
Gebiet. M.A. Herron von
Texas A&M berichtete 1972 darüber, daß eine Kastration
vor der Geschlechtsreife
einen relativ geringen Effekt auf den Durchmesser der Harnröhre
bei Katern hat. In letzter Zeit wurden Untersuchungen
im Angell Memorial
Hospital in Boston, am College der Veterinärmedizin
der Universität
von
Minnesota und dem Department of Small Animal Clinical
Sciences an der Universität
in Florida durchgeführt. Das Projekt in Florida
dauerte von 1991 bis 1992
und wurde von der Winn Feline Foundation in
Zusammenarbeit mit der American
Veterinary Medical Association (OrganisationAmerikanischer
Veterinärmedizin) finanziert. Es wurde so weit wie
möglich versucht, die Unterschiede
im medizinischen Hintergrund und in der Genetik
möglichst weit zu
reduzieren. Die Kitten wurden eigens für die
Untersuchung gezüchtet und die
Wurfgeschwister wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die
Mütter der Kitten
wurden
unter Quarantäne gedeckt und untergebracht, da die
Ernährung und andere
Faktoren sowohl vor als auch nach der Geburt einen Einfluß auf die letzendliche
Größe, das Gewicht und den Gesundheitszustand im
allgemeinen, Einfluß
haben können. Dr. Mark Bloomberg bezeugt, daß obwohl
die Untersuchung
der Langzeitwirkungen noch nicht in vollem Umfang abgeschlossen
sind, die anfänglichen Ergebnisse äußerst positiv
sind. Bevor er
die
Untersuchung für die Winn Foundation durchführte,
hatte Dr. Bloomberg eine
ähnliche Studie an Hunden abgeschlossen. Die an dieser
Untersuchung beteiligten
Tiere wurden nun über einen Zeitraum von fünf Jahren
beobachtet, ohne,
daß von negativen Nebenwirkungen berichtet wurde. An
der Untersuchung
der Winn Foundation waren insgesamt 31 Kurzhaarkitten
aus 7 Würfen
beteiligt, welche auf dem Universitätsgelände der
Gainesville
Universität
geboren wurden.
Die
Kitten wurden in drei Gruppen eingeteilt:
- Gruppe 1: 11 Kitten; diese wurden im Alter von 7
Wochen kastriert bzw. sterilisiert
- Gruppe 2: 11 Kitten; diese wurden im Alter von 7
Monaten kastriert bzw. sterilisiert
- Gruppe 3: eine Kontollgruppe von 9 Kitten; diese
wurden erst nach vollständiger
Reife und nach Beendigung der ersten Phase der
Untersuchung (12
Monate) kastriert bzw. sterilisiert)
Die Untersuchenden berichteten, daß die
Operationen an den Kitten der Gruppe
1 unkompliziert und ohne Zwischenfälle verliefen, und daß die Kitten sich
schneller erholten als die Kitten in den Gruppen 2 und
3. Dr. Bloomberg
bemerkte hierzu, daß es zwar nur sehr wenig Material
über Anästhesie bei Jungtieren
gibt, allerdings seien Kleinkinder in der Humanmedizin
allgemein
sehr
gute Patienten und es gäbe keinen Grund, warum dies
nicht auch bei Katzen
und Hunden der Fall sein sollte. Die größten Probleme
bei Operationen an
Jungtieren sind die Erhaltung der Körpertemperatur,
die richtige Dosierung der Anästhesitika, da der Atemapparat bei Jungtieren noch
nicht vollständig entwickelt
ist, und die Erhaltung des richtigen
Blutzuckerspiegels. Die Untersuchenden
gaben den Kitten der Gruppe 1 nur für eine kürzere
Zeit vor der
Operation keine Nahrung als bei den Katzen der anderen
Gruppen und gaben
ihnen als Vorsichtsmaßnahme kleine Mengen von Karo
Syrup (ein stark glukosehaltiger
Sirup) vor der Narkose. Es sollte an dieser Stelle
noch erwähnt werden,
daß das allgemeine Vorgehen bei der Reduzierung der
Narkosestoffe
zum
Ende der Operation auf Grund der schnelleren Erholung
der Jungtiere etwas
abgewandelt wurde.
Kritiker führen mehrere mögliche
Nebenwirkungen der Frühkastration auf. Allgemein
ist man der Meinung, daß kastrierte Tiere weniger
aktiv sind und eher
zu starkem Übergewicht neigen als unkastrierte Tiere.
Ebenso wird gesagt,
daß eine Kastration im frühen Alter das normale
Wachstum behindert. Besonders
bei Katern wurde befürchtet, daß eine Frühkastration
die Entwicklung
der Harnwege beeinflussen könnte und zu einem
vermehrten
auftreten
von Zysten und Entzündungen der Harnwege führt.
Außerdem wurde befürchtet,
daß eine Frühkastration sich auf das Verhalten, die Nahrungsaufnahme
und die Anforderungen an die Nahrungszusammensetzung und
ähnliches auswirkt. Die Untersuchenden waren bemüht,
die meisten dieser Fragen
zu beantworten, indem sie einige Daten bei diesen drei
Gruppen
untersuchten.
Insbesondere wurde auf die folgenden Dinge geachtet:
das Gewicht
und die Körperzusammensetzung (z.B. prozentualer
Anteil an Körperfett);
die Knochenlänge und das Alter, mit welchem die langen
Knochen aufhören
zu wachsen; Verhalten; Nahrungsaufnahme; Entwicklung
der Harnwege;
und die Entwicklung sekundärer geschlechtlicher
Merkmale und den
Grad
geschlechtlicher Reife.
Die Ergebnisse beim Vergleich des Gewichts zeigten
Unterschiede beim Vergleich
der drei Gruppen. Kater wogen grundsätzlich mehr als
Kätzinnen, was
allerdings in allen Gruppen gleich war. Die
Untersuchungen der
Körperzusammensetzung
und des Körperfetts zeigten, daß die Werte der Gruppe
1 und 2 identisch waren und allgemein fetter waren als
die Katzen der Gruppe
3. Die Untersuchenden weisen darauf hin, daß die Kater
der Gruppe 3 im
Alter von 12 Monaten bereits normale Merkmale
erwachsener Kater aufwiesen,
wie z.B. Gewichtsverlust und die Entwicklung von
Katerbacken, was
einen Teil des Unterschieds ausmacht. Es wurde bei
späteren
Untersuchungen
außerdem festgestellt, daß der Gewichtsunterschied bei
den Katzen
der Gruppen immer geringer wird. Alle Katzen wurden in
ausgewählten Haushalten,
die unter einer gewissen Aufsicht stehen,
untergebracht und sind in
ihrem neuen Zuhause aktiver als auf dem
Universitätsgelände. Eine
Nachuntersuchung
sollte nach drei Jahren im Mai 1994
durchgeführt
werden.
Beobachtungen im Verlauf der Studie.
Es gab allgemein keinen Unterschied in der
Nahrungsaufnahme zwischen den Katzen
der drei Gruppen außer, daß es in allen Gruppen
Unterschiede zwischen den
männlichen und weiblichen Katzen gab. Es wurden keine
Unterschiede in der
Wachstumsrate der Katzen in den drei Gruppen
festgestellt, obwohl die
Kater
in allen Gruppen schneller wuchsen. Es wurde
beobachtet, daß die langen
Knochen bei den männlichen und weiblichen Katzen der
Gruppen 1 und 2
länger wurden. Der Grund hierfür schien zu sein, daß
die Knochen bei den Katzen
der Gruppen 1 und 2 erst später aufhörten zu wachsen.
Dies ist auch die Erklärung
dafür, warum früher kastrierte Katzen oft größer
(höher und länger)
sind,
als unkastrierte oder später kastrierte Katzen. Dies
schien insbesondere bei
den Katern der Fall zu sein.
Nach sieben Monaten waren die Katzen der Gruppe 3 vor
der Kastration wesentlich
aggressiver und außerdem weniger anhänglich als die
Katzen der Gruppen
1 und 2. Entgegen der allgemeinen Meinung waren die
kastrierten Katzen
genauso aktiv wie die unkastrierten Katzen.Die Beobachtungen der Entwicklung der Harnwege zeigten
keine Unterschiede zwischen
den drei Gruppen, außer den geschlechtlich bedingten Unterschieden,
welche jedoch über alle Gruppen hinweg konstant waren.
Die Untersuchenden maßen den Umfang der Harnröhre nur
bei den Katern der drei Gruppen
und konnten keinen Unterschied feststellen. Es gab
Bedenken, daß eine
Frühkastration einen geringeren Umfang zur Folge haben
würde, was ein
häufigeres
Auftreten von Zysten und damit zusammenhängenden
Problemen mit sich
bringen könnte. Dies scheint nicht der Fall zu sein.
Die größten Unterschiede
zwischen den Gruppen wurden beim Vergleich sekundärer Geschlechtsmerkmale
festgestellt. Die Kater wurden auf Unterschiede in der Entwicklung
des Penis, der Vorhaut und der hakenartigen Auswüchse untersucht.
Die hakenartigen Auswüchse waren bei den Katern der
Gruppe 1
überhaupt
nicht, bei den Katern der Gruppe 2unterdurchschnittlich und bei den
Katern der Gruppe 3 normal entwickelt. Bei der
Untersuchung der Kätzinnen
ergab sich, daß die Vulven bei den Kätzinnen der
Gruppen 1 und 2 infantiler
waren als bei den Kätzinnen der Gruppe 3. Keiner
dieser Unterschiede
machte bei dem Versuch, den Katzen einen Katheter zu
legen, Probleme.
Bedenken, daß die Entwicklung der Harnwege durch
Frühkastration
beeinträchtigt
würde, waren offensichtlich unbegründet.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen bisher auf, daß
die Unterschiede zwischen den
Katzen der Gruppen 1 und 2 vernachlässigbar sind.
Obwohl die Unterschiede
zwischen den Katzen der ersten Gruppen und der Gruppe
3 teilweise
statistisch bedeutsam sind, scheinen sie die
Gesundheit der Katzen
nicht
negativ zu beeinflussen. Die Zeichen stehen eindeutig
dafür, daß eine Frühkastration
nicht gesundheitsschädlich ist, obwohl dies durch
langfristige Folgeuntersuchungen
bestätigt werden muß. Aus Sicht der Tierheime und im Hinblick
auf das Problem ungewollter Jungtiere sind diese
Ergebnisse ermutigend.
Wenn alle Tiere – Welpen und Kitten eingeschlossen –
die aus Tierheimen
adoptiert werden vor der Adoption kastriert bzw.
sterilisiert werden,
sollte es zu einem entsprechenden Rückgang der Zahl an eingeschläferten
Tieren pro Jahr kommen. Ergebnisse aus Alachua County
in
der
Nähe der Universität von Florida in Gainesville
scheinen diese Theorie zu untermauern.
Die Tierfänger des Alachua County
arbeiten mit den Untersuchenden der Universität
zusammen und setzen die Frühkastration seit 1990 ein.
Kein Tier verläßt
das Tierheim, ohne zuvor kastriert zu werden. 1987
wurden im Alachua County
1250 Hunde und Katzen pro Monat eingeschläfert. Seit
der Einführung
der
Frühkastration fiel die Zahl der Einschläferungen auf
940 pro Monat; außerdem
ist keine höhere Todesrate im Zusammenhang mit den Frühkastrationen
festzustellen.
In den letzten Jahren erkannte man die
Sicherheit und Effizienz der Frühkastration
immer mehr. Die American Humane Association bezeichnet
die Frühkastration
vor der Adoption aus einem Tierheim als eine
angemessene Lösung
zur Verringerung der Haustierüberbevölkerung und der
Tragödie der daraus
resultierenden Todesfälle. Im Juli 1993 stimmten
Abgeordnete der
American
Veterinary Medical Association für das Konzept der
Frühkastration.
Arbeiten,
die von Tierärzten am Angell Memorial Hospital für die
Society for the
Prevention of Cruelty to Animals (Gemeinschaft für die
Verhinderung von Graumsamkeiten
an Tieren) angefertigt wurden, unterstützen Dr.
Bloombergs Beobachtungen.
Andere Organisationen, die ein Programm zur
Frühkastration
einsetzen
sind die Denver Dumb Friends League ind Colorado, die
Miami Humane
Society and Alachua County Animal Control in Florida,
The Humane Society
of Austin and Travis County in Texas, die Chicago
Animal Control in Illinois,
die King County Animal Control im Staat Washington,
die Vancouver SPCA
in British Columbia und die Southern Oregon Humane
Society in Oregon.
Die
Dekalb Humane Society in Decatur, Collie Rescue of
Metro Atlanta, die Georgia
Alliance of Purebred Canine Rescuers, The Haven and
Dog River Sanctuary
in Douglasville sind einige der Organisationen in
Georgia, die Frühkastration
bei Hunden, Katzen und exotischen Tierarten einsetzen.
Die Cat Fanciers’ Assocition (CFA) hat
seine Ausstellungsregeln insofern geändert,
daß jetzt kastrierte Kitten an den Ausstellungen
teilnehmen dürfen. Viele
Züchter von Rassekatzen arbeiten mit ihren Tierärzten
zusammen und lassen
Liebhaberkitten kastrieren, bevor sie in ihr neues
Zuhause kommen. Diese
Züchter sagen, daß sie mit der Frühkastration sehr
zufrieden sind. Die neuen
Besitzer der Liebhabertiere sagen, daß sie sich dank
der Frühkastration
keine
Gedanken über die Operation und den damit verbundenen
Kosten einer späteren
Kastration machen müssen. Genauso wie die Tierheime,
müssen sich Züchter
daher keine Sorgen machen, daß die Kitten, für welches
sie ein neues Zuhause
gefunden haben, in Zukunft die Überbevölkerung an
Haustieren verschlimmern.
|
 |
|
Frühkastration von Katzen, Teil 2
Übersetzt ins Deutsche und übernommen von Amy Stadter
Von
Resa Bauer-De Meyere, Murteza AbessinierVeröffentlicht in der Zeitschrift TICA TREND, Ausgabe
April/Mai 1998
Vor
ein paar Jahren schrieb ich in der Ausgabe
Oktober/November 1992 des TICA
Trend einen Artikel mit dem Titel "Frühkastration".
Dieser Artikel beschrieb
meine Policy bezüglich der Frühkastration von Kitten,
bevor diese meine
Cattery als Liebhabertier verlassen. Dr. David Roen,
der Tierarzt meiner Cattery,
schrieb damals einen begleitenden Artikel. Wir fanden,
daß es für alle Züchter
und Aussteller der TICA von Vorteil wäre, wenn wir
nach nunmehr 5,5
Jahren
zu diesen Artikeln eine Fortsetzung mit den bisher
gemachten Erfahrungen
veröffentlichten. Obwohl es offensichtlich ist, daß
das verfahren der
Frühkastration nicht für jeden Züchter oder jede Rasse
das Richtige ist, haben
wir einige wertvolle Informationen zusammengestellt,
welche sich eventuell
auf Ihre Situation anwenden lassen.
Es ist jetzt schon 5 Jahre her… wie
doch die Zeit vergeht! Während ich in meiner
Cattery auch weiterhin die Frühkastration praktiziere,
freue ich mich mitteilen
zu können, daß ich damit nicht mehr alleine bin; viele
Züchter verschiedener
Rassen wenden dieses Verfahren ebenfalls an. Ich weiß
von Züchtern
der Rassen Maine Coon, BKH, Exotic Shorthair,
Shorthair, Siam, Perser
und natürlich auch Abessinier, welche die
Frühkastration regelmäßig
durchführen
lassen. Die Unterhaltungen auf Ausstellungen zeigen
überall dasselbe
Ergebnis auf, wie bei mir: "Die Frühkastration von
Liebhabertieren, bevor
Sie in ihr neues zu Hause gebracht werden, macht jedem
das Leben einfacher,
insbesondere das der Katze!".
Damals genauso wie heute hat die Kastration von
Liebhabertieren, bevor Sie die
Cattery verlassen, offensichtliche Vorteile. Es gibt
absolut keine Möglichkeit
einer "zufälligen" Verpaarung. Nachträgliche
Telefongespräche über
Vertragsklauseln bezüglich der Kastration gibt es
nicht mehr. Der Züchter hat dem
neuen Besitzer des Liebhabertiers die Verantwortung
abgenommen, das
"Baby".
Zusätzlich belegen mittlerweile Universitätsstudien
das, was wir uns erhofft
hatten: Es gibt keine negativen Auswirkungen einer
Frühkastration. In der
Tat zeigen diese Studien, daß es für die Gesundheit
der Katze von Vorteil ist,
die Kastration bereits vor dem traditionell üblichen
Alter durchzuführen!
Im Artikel von 1992 wurden beschrieben,
daß 43 Abessinier-Kitten im Alter von weniger
als 15 Wochen kastriert wurden, bevor Sie in Ihr neues
zu Hause gingen.
Wir hatten zuvor drei Jahre lang die Kastration im
vorpubertären Alter praktiziert.
Bis heute haben wir bei insgesamt 119 Kitten die
Frühkastration angewandt, einschließlich der 43 Kitten aus der ursprünglichen
Studie. Alles in
allem
praktizieren mein Tierarzt und ich nun seit 8 Jahren
die Frühkastration.
Sowohl 1992 als auch heute wurde der
Großteil der Kitten in einem Alter von 11 bis
12 Wochen kastriert; manche davon bereits mit 10
Wochen, andere erst mit
15 Wochen. Alle weiblichen Patientinnen sind schon
nach 3 bis 5 Tagen bereit,
in Ihr neues zu Hause zu gehen. Mein Tierarzt
verwendet absorbierbaren Faden und mein
Liebhabervertrag schreibt einen Tierarztbesuch innerhalb
der ersten Woche, nachdem das Kitten bei seiner neuen
Familie
angekommen
ist, vor. Auf diese Weise kann der "neue" Tierarzt die
Wunde untersuchen
und kann mich oder meinen Tierarzt anrufen, falls er
Fragen hat. Bisher
war der Kommentar des "neuen" Tierarztes "keine
Probleme, überhaupt keine
Probleme!". Die männlichen Kitten können praktisch
schon in Ihr neues Zuhause,
sobald ich sie von der Tierklinik abhole. Allerdings
behalte ich sie auf jeden
Fall mindestens noch drei Tage nach der Operation bei
mir, um ganz sicher
zu gehen. Die männlichen Kitten werden ebenfalls bei
Ihrem "neuen" Tierarzt
vorgestellt.
Wenn ich eine Zuchtkätzin sterilisieren
lasse, ist der Unterschied in der Zeit nach
dem Eingriff sehr deutlich erkennbar. Ältere Kätzinnen
brauchen einige Tage
mehr, um sich vollständig zu erholen. Sie sind in den
ersten zwei bis drei Tagen
etwas steif und haben offensichtlich Schmerzen und
brauchen weitere 2 bis
drei Tage, um sich zu erholen. Im Vergleich hierzu
sind die Kitten bereits nach
24 Stunden wohlauf. Sie scheinen fast gar keine
Schmerzen zu haben, anders
als die älteren Kätzinnen. Ja, ich habe auch schon
Kitten kastrieren lassen,
welche eine erfolgreiche Ausstellungskarriere hätten
haben können, aber
ich lasse mich deswegen nicht von der Frühkastration
abbringen.
Schließlich
leben Liebhabertiere ein fürwahr fürstliches Leben!
Ergebnisse und Veränderungen bei der allgemeinen
Einstellung sind das, wonach wir
suchen. Die chirurgische Methode hat sich nicht
verändert, sowohl was die Zeit
vor als auch was die Zeit nach dem Eingriff angeht.
Dr. Roen oder einer seiner
Partner haben alle Operationen durchgeführt. In den 8
Jahren haben wir noch
kein Kitten "auf dem Tisch" verloren. In der Tat gab
es auch keine
Komplikationen
in der Zeit nach der Operation. In diesen 8 Jahren
habe ich bisher
nur ein Kitten mit nach Hause genommen, das etwas
länger brauchte, bis es
von der Narkose aufwachte.
Die Neuigkeiten über die ersten Kitten
von vor 8 Jahren bestätigen uns auch weiterhin,
daß wir das Richtige tun. Bevor ich mich daran gemacht
habe, diesen
Artikel zu schreiben, habe ich versucht, die Besitzer
jedes dieser 8jährigen
Liebhabertiere zu erreichen. I bin sehr froh berichten
zu können, daß
alle, die ich erreicht habe, gesunde und glückliche
Abessinier zu Hause haben.
Es gab nur eine Katze, deren Besitzer ich nicht mehr
finden konnte.
Von
den Abessiniern, die ich aufspüren konnte gab es
keinen einzigen Fall von Urological
Problems, no urinary incontinence and no urinary tract
blockage. Wir
hatten einen Fall, wo ein Abessinier anfing zu
markieren. Nach einer kurzen Unterhaltung
stellte sich heraus, daß dieses Verhalten wohl darauf zurückzuführen
ist, daß sich die Familie die Frechheit herausnahm,
ein weiteres
Kitten in ihren Kreis aufzunehmen.
Obwohl ich in den letzten 8 Jahren den Kontakt zu
einigen Käufern von Liebhabertieren
verloren habe, höre ich im allgemeinen von fast allen zumindest
ein Mal pro Jahr. Im Rahmen zu den Vorbereitungen zu
diesem Artikel
haben wir bei den Käufern von Liebhabertieren aus
meiner Cattery eine Umfrage
durchgeführt . Wir haben von ca. 80% eine Antwort
erhalten und auch hier
zeigte sich kein einziger Vorfall von Inkontinenz. Es
gab einen einzigen
Fall
von Urinary Blockage bei einem 4jährigen Kastraten,
welcher aber erfolgreich
behandelt wurde und in den letzten zwei Jahren keinen
Rückfall hatte.
Wir hatten einen kleinen Vorfall von unangemessenem
Verhalten beim Urinieren.
Meistens schien der Anlaß hierzu ein gewisser Aufruhr
im Haushalt zu
sein, zwei Vorfälle konnten wir nicht erklären.
Andere angemeldete Befürchtungen
konnten ebenfalls als unbegründet widerlegt werden.
Exzessives Wachstum der langen Knochen war eine dieser Befürchtungen.
Es gibt in diesen 8 Jahren nur einen Fall, in welchem
das Wachstum
der langen Knochen anscheinend zu weit führte. Es
handelt sich dabei
um einen sehr langen und großen Kater. Ich habe seinen
Stammbaum
studiert
und bin zu dem Ergebnis gekommen, daß es durchaus an
seinen Vorfahren
liegen könnte, insbesondere wenn man beim Rest der
Kontrollgruppe feststellt,
daß es ansonsten keine Vorfälle dieser Art gibt. Von
den betrachteten
Katzen gab es 6 Vorfälle von Idiopathic Durchfall,
welcher mit Änderungen
bei der Ernährung kommt und geht. Einige der Kastraten
scheinen ein
geringes (1 bis 2 Pfund) und mittleres (mehr als 2
Pfund) Übergewicht haben,
aber wir bezweifeln, daß dies an der präpubertären
Kastration liegt,
da
Wurfgeschwister des gleichen Geschlechts kein
Übergewicht haben, insbesondere,
wenn sie bei einer anderen Familie leben. Ich muß auch zugeben,
daß ich bei mir zu Hause ein paar Kastraten habe, die
ein mittleres Übergewicht
haben und ich weiß auch, woran das liegt – ich füttere
sie zu viel!
Es gab keinen einzigen Fall, wo sich ein Abessinier
Knochen gebrochen hat,
wenn er eines seiner zirkusreifen Kunststückchen
vorführte. Ich erwähne
das
in erster Linie, weil es einen Tierarzt gab, der einen
Besitzer eines Liebhabertieres
zu Tode erschreckte, als er ihm sagte, daß die Katze
sich bei einem
Sprung von einem Tisch oder einer ähnlichen Höhe mit
ziemlicher Gewißheit
die Beine brechen würde. Mein Tierarzt hat die
Hysterie des armen Opfers
dieser Unsachlichkeit und Unwissenheit am Telefon
beschwichtigt.
Einige von den Züchtern, mit denen ich mich über das
Thema unterhalten habe, äußerten
Bedenken wegen der zusätzlichen Kosten, welche ihnen
selbst entstehen
würden. Die meisten von uns schlagen die Kosten
einfach auf den Liebhaberpreis
auf. Heutzutage sind die meisten Interessenten
erleichtert, wenn
ich ihnen dieses Vorgehen erkläre und sie damit um die
Verantwortung
der
Kastration erleichtere und sie sind auch gerne bereit,
den höheren Preis zu
zahlen. Als wir gerade mit der Frühkastration
anfingen, kam ich mir manchmal
so vor, als würde ich versuchen, das Rad neu zu
erfinden. Es gab einige
Interessenten, die geradezu entsetzt waren, als sie
hörten, daß ich so ein
kleines Wesen einer solcher Prozedur unterziehen
würde! Mittlerweile gibt es
so gut wie keine Fragen mehr. In den letzten 5 Jahren
wurde die
Öffentlichkeit
auf das Problem der "Überbevölkerung" aufmerksam
gemacht und
ich bekomme ab und zu auch ein anerkennendes
Schulterklpofen dafür, daß
ich meinen Teil dazu beigetragen habe. Die meisten
sagen so etwas wie "Nun
ja, das ist wirklich eine tolle Sache!" Eine in der
Tat angenehme Entwicklung!
Obwohl unsere Betrachtungen innerhalb
unserer Cattery weit von einer wissenschaftlichen
Studie entfernt sind, haben wir unsere bisherigen Erfahrungen
als durchweg positiv eingestuft und sind wohl auch
näher an der Wirklichkeit
eines Züchters als Studien, die im Zusammenhang mit
Katzen aus dem
Tierheim durchgeführt wurden. Wir sind sicher nur ein
sehr kleiner und rassespezifischer
Teil der Katzenwelt, aber wir können auf 8 Jahre
Erfolg
zurückblicken.
Unser Ziel ist es, so viele Abessinier wie möglich bis
ins Alter von
12 Jahre zu verfolgen. Mit diesen zwölfjährigen
Abessiniern werden wir dann
eine abschließende Erfassung des Sachverhalts
durchführen und sie aus der
aktiven Studie herausnehmen. Allerdings behalten wir
uns das Recht auf
die
alljährlichen Weihnachtskarten vor!
Wie auch mit dem 1992
erschienenen ursprünglichen Artikel bieten Dr Roen und ich
unsere Hilfe und unseren Ratschlag jedem an, der
Interesse hat. Meine Telefonnummer
ist 001 509 758 4773 und meine Email-Adresse ist 102436.1515@compuserve.com.
Kommentar von Dr David Roen
(ursprünglich veröffentlicht in der Ausgabe Oktober/November
1992 der TICA Trend)
David Roen, Frau DeMeyeres Tierarzt, sagt, daß die
Frühkastration an Tieren aller
Art bereits seit vielen Jahren praktiziert wird, wie
z.B. bei Pferden, Schafen
und Rindern. Dr. Roen sagt weiterhin, daß er keinerlei
Studien kennt, welche
von negativen Effekten auf Grund des frühen Eingriffs
berichten.
"Meine
chirurgischen Techniken, die ich anwende, wenn ich
sehr junge Katzen kastriere
oder sterilisiere, sind nichts besonderes. Ich bin
sicher, daß die meisten
erfahrenen, kompetenten Kleintierärzte dasselbe
rouintemäßig tun. Es
gibt ein paar Dinge, die ich bei jungen, kleinen
chirurgischen Patienten für
wichtig
halte.Es ist wichtig, das genaue Gewicht zu kennen. Wir
verwenden hierzu eine digitale
Waage, welche daraufhin konstruiert wurde, im Bereich
von 500 g bis
ca. 5 kg sehr genau zu sein. Falls der Patient nicht
kooperieren will, wiegen wir
ihn in einem kleinen Transportkorb aus Karton.
Die Dosis der verwendeten Narkosemittel
muß bei einem kleineren Patienten genau
stimmen; und da es um eine kleinere Dosis geht,
sollten auch eine kleinere
Spritze und eine kleinere Nadel verwendet werden.
Der Verlust an Körperwärme kann bei
kleinen, jungen Patienten ein ernsthaftes Problem
sein. Dem kann dadurch vorgebeugt werden, daß man es
vermeidet, das
Fell bei der Vorbereitung [auf die Operation] unnötig
naß zu machen, daß man
den Einschnitt so klein wie möglich macht, daß man die
Operation möglichst
schnell zu Ende bringt und dadurch, daß man ein Wasser zirkulierendes
Wärmekissen verwendet, das genau auf eine sichere
Temperatur
erwärmt
wird.
Ein elektrisches Wärmekissen sollte
niemals für ein Tier eingesetzt werden, insbesondere,
wenn der Patient krank ist oder unter Narkose steht.
Selbst wenn
das Kissen die Haut nicht verbrennt, kann schon sehr
geringe Hitze ein verlängertes
Zusammenziehen der Blutgefäße in der Haut verursachen.
Dies kann
das Absterben dieser Hautzellen verursachen und
eventuell ein paar Tage
später
dazu führen, daß die Haut austrocknet, schwarz wird,
sich abschält und dabei
eine große offene Wunde hinterläßt.
Ein kleiner Einschnitt und eine
schnelle Operation sind wichtig, da
Körperwärme
schnell verloren geht, wenn der Unterleib geöffnet
ist. Der starke
Blutzufluß zu den Organen strahlt Wärme ab, die
Verdunstung von der feuchten
Oberfläche verwendet die Köperwärme in großen Mengen.
Ich denke, daß die
Operation rein körperlich für kleine, junge Katzen
weniger Stress
bedeutet. Die Organe sind kleiner, die Blutgefäße sind
kleiner und daher sind
das Trauma und der Blutverlust geringer. Ich kenne
keine Studien, die zeigen,
daß die Kastration von Katzen vor der Geschlechtsreife
negative
Auswirkungen
auf die Entwicklung dieser Katzen hat. Pferde und
Kälber werden bereits
seit Jahren im Alter von wenigen Tagen bis wenigen
Wochen kastriert.Ich bin davon überzeugt, daß die Vorteile – eine
verbesserte Kontrolle der Bevölkerung
an Liebhabertieren und das Eliminieren von zufälligen
Verpaarungen
von nicht zur Zucht geeigneten Rassekatzen – auf jeden
Fall wesentlich
größer sind als Risiken, welche die Frühkastration
unter Umständen mit
sich bringen mag.
© r.t.l. , eigene Daten s.m.h. |
|